KV-Newsletter | Ausgabe Juli 2020

2. Juli 2020

KV-Newsletter | Ausgabe Juli 2020

 

 

Neuregelung der Umsatzbesteuerung (§ 2b Umsatzsteuergesetz): Neue Kontierungshilfe und Kostenstellenmatrix, Mehrwertsteuersenkung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Erprobungsphasen haben den Zweck, Erkenntnisse zu gewinnen, um Verbesserungen zu erzielen. Das gilt auch für die Testphase zur künftigen Neuregelung der Umsatzbesteuerung. Die Erfahrungen der Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbände und Gemeindeverbände mit den neuen Abläufen zur steuerlichen Erfassung von Geschäftsvorfällen fließen in die Optimierung von Vorlagen und Arbeitshilfen ein. Wenn nötig, nehmen wir Anpassungen vor. Aus diesem Grund haben wir die Struktur der Kostenstellen modifiziert und zwei zentrale Arbeitshilfen überarbeitet, die wir Ihnen heute vorstellen.

Für den Erfahrungsaustausch sind unsere Veranstaltungen wertvolle Foren. Neben den Veranstaltungsreihen sind auch die digitalen Praxisworkshops auf große Resonanz gestoßen. Vielen Dank für Ihre Teilnahme und Ihr engagiertes Mitwirken! Das bestärkt uns darin, weitere Veranstaltungsangebote für konkrete Praxisfragen zu entwickeln. In der August-Ausgabe des KV-Newsletters werden wir das Angebot vorstellen. 

Bis dahin genießen viele von Ihnen die Ferienzeit, die aufgrund der bestehenden Lockerungen mehr Möglichkeiten bieten als noch vor Wochen zu erwarten waren. Ich wünsche allen Urlaubern gute Erholung.

Beste Grüße

Holger Richter
Projektleiter

 

Neue Kontierungshilfe und Kostenstellenmatrix

Aufgrund der im bisherigen Verlauf der Testphase gewonnen Erfahrungen wurde die Kostenstellenstruktur an einigen Stellen überarbeitet. Die grundsätzliche Gliederung der Kostenstellen unterscheidet jetzt zwischen hoheitlichen und steuerfreien Geschäftsvorfällen auf der einen und steuerpflichtigen Geschäftsvorfällen auf der anderen Seite. Für die Belegerfassung und die Zuordnung der Konten hat sich diese Struktur als unkomplizierter und effizienter erwiesen. Für die Belegbearbeitung in Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbänden und Gemeindeverbänden ändert diese nichts. Allerdings mussten die beiden Arbeitshilfen „Kontierungshilfe Wesentliche Einnahmen/Ausgaben“ und „Kostenstellenmatrix“ an einigen Stellen überarbeitet werden. Bitte verwenden Sie bei der Bearbeitung von Belegen ab sofort die aktualisierten Fassungen der Kontierungshilfe Wesentliche Einnahmen/Ausgaben und der Kostenstellenmatrix! Bitte informieren Sie auch diejenigen, die diesen Newsletter nicht erhalten, und vernichten Sie, sofern Sie Ausdrucke der Arbeitshilfen verwenden, die alten Vorlagen! 

Senkung der Mehrwertsteuersätze von Juli bis Dezember 2020

Der Bundesrat hat am 29. Juni 2020 das Zweiten Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Coronakrise verabschiedet. Damit treten die steuerlichen Maßnahmen des Konjunkturpakets der großen Koalition in Kraft. Dazu gehört die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent sowie von 7 auf 5 Prozent für alle steuerpflichtigen Umsätze. Die neue Regelung gilt vom 1. Juli 2020 an für sechs Monate. Sie betrifft alle entgeltlichen steuerpflichtigen Lieferungen und Dienstleistungen sowie unentgeltlichen Wertabgaben, auch wenn Sonderregelungen zum Beispiel für Reiseleistungen oder land- und forstwirtschaftliche Betriebe bestehen.

Die Steuerermäßigung gilt für alle Umsätze, die vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 ausgeführt werden. Entscheidend ist also der Zeitpunkt, an dem bestellte Güter geliefert oder Dienstleistungen erbracht werden. Das Datum der Bezahlung, der Rechnungstellung, des Vertragsabschlusses und des Bestelleinganges ist unerheblich. Konsequenzen hat die Regelung daher auch für Vermietungen und andere Dauersachverhalte sowie für Anzahlungen.

Das Erzbischöfliche Generalvikariat hat die Finanzsoftware auf die abgesenkten Steuersätze umgestellt. Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbände und Gemeindeverbände sollten bei eingehenden Rechnungen auf den Ausweis des korrekten Steuersatzes achten. Da kirchliche Einrichtungen nur in wenigen Fällen vorsteuerabzugsberechtigt sind, sollten größere Anschaffungen in den Zeitraum der Mehrwertsteuersenkung verschoben werden, um Einsparpotenziale zu nutzen. Soweit bereits jetzt umsatzsteuerpflichtige Betätigungen vorliegen, ist im Hinblick auf die Rechnungsstellung auf den Ausweis des korrekten Steuersatzes zu achten.

Start von § 2b UStG verschoben – Testphase wird konsequent fortgeführt

In der Juni-Ausgabe des KV-Newsletters haben wir auf eine mögliche Verschiebung des Anwendungsstarts für den § 2b UStG hingewiesen. Das entsprechende Gesetzgebungsverfahren ist inzwischen abgeschlossen. Mit der Verkündung des „Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise“ am 29. Juni 2020 im Bundesgesetzblatt ist die Neuregelung des § 2b UStG verschoben. Anwendungsstart ist der 1. Januar 2023. Die Verschiebung hat keinen Einfluss auf die Testphase im Erzbistum Köln. Das Projekt wird konsequent fortgeführt.

Praxisworkshops mit guter Resonanz – weitere Veranstaltungen geplant

Die digitalen Veranstaltungen zum Umsatzsteuerprojekt stießen auf große Resonanz. Die drei im Juni als Webinare durchgeführten Praxisworkshops zur Belegverarbeitung besuchten mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbänden und Gemeindeverbänden. Fragen aus dem Teilnehmerkreis, die von allgemeinem Interesse sind, werden in den Fragen und Antworten berücksichtigt.  

Im September startet die 4. Veranstaltungsreihe. Geplant ist die Durchführung als Präsenzveranstaltungen. Die geltenden Beschränkungen erfordern allerdings die Begrenzung der Teilnehmerzahlen und gegebenenfalls auch die Reduzierung der Veranstaltungsorte. Parallel dazu arbeiten wir an digitalen Angeboten. Um möglichst allen Interessenten eine Teilnahme zu ermöglichen, sind zusätzliche digitale Veranstaltungen geplant. Wir werden Sie in der August-Ausgabe des KV-Newsletters und über die örtlichen Bildungswerke informieren. Aktuelle Informationen finden Sie stets auch auf der Projekthomepage.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die 3. Veranstaltungsreihe zum Teil in Form von Online-Seminaren stattgefunden. Die dort gezeigte Präsentation ist auf der Projekt-Website verfügbar und kann hier abgefufen werden. Die Unterlagen liegen aber auch als gedruckte Ausgaben vor, die das Generalvikariat Kirchengemeinden, Kirchengemeindeverbänden und Gemeindeverbänden gern zusendet – solange der Vorrat reicht. Interessenten melden sich bitte bei der Abteilung Finanzen & Controlling: finanzen-controlling@erzbistum-koeln.de

Belegbearbeitung in der Praxis: Auf korrekte Adressierung achten!

In den Praxis-Workshops zur Belegbearbeitung war die korrekte Rechnungsadresse ein Thema vieler Fragen. Deshalb nochmals der Hinweis: Im Hinblick auf umsatzsteuerliche Vorgaben ist im Rahmen der Prüfung eingehender Rechnungen darauf zu achten, dass diese an die Adresse der jeweiligen Kirchengemeinde, des Kirchengemeindeverbandes oder des Gemeindeverbands ausgestellt sind. Adressierungen an Privatadressen von ehrenamtlich Tätigen oder von Mitarbeitenden der Einrichtungen sind nicht zu akzeptieren. Dies gilt bereits, und mit der Neuregelung des § 2b UStG wird es vor allem dort eine Rolle spielen, wo aus den eingehenden Rechnungen ein Vorsteuerabzug möglich ist. Zur korrekten Rechnungsprüfung stehen folgende Arbeitshilfen bereit: Kurzanleitung Rechnungseingangsbearbeitung, Leitfaden Rechnung und Richtlinie Rechnungsaufbau.

Bitte informieren Sie Ihre übrigen KV-Mitglieder über die Möglichkeiten unseres KV-Newsletters. Wir freuen uns über die weiteren Anmeldungen unter
https://www.erzbistum-koeln.de/kirche_vor_ort/service_pfarrgemeinden/rendanturen_und_service_kirchengemeinden/

 

 
Das Newsletter Archiv

Unsere Newsletter der vergangenen Monate mit interessanten Informationen haben wir für Sie in unserem Archiv bereitgestellt.

 
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