Erstkommunion feiern in Corona-Zeiten? - Erstkommunion feiern in Corona-Zeiten!

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Erstkommunion feiern in Corona-Zeiten? - Erstkommunion feiern in Corona-Zeiten! Ein erster Erfahrungsbericht

26. Mai 2020

In unserer Pfarrei St. Stephan in Köln-Lindenthal bereiten sich in diesem Jahr 68 Kinder auf die Erstkommunion vor. Schon frühzeitig – Mitte März - haben wir die Eltern informiert, dass wir aufgrund der derzeitigen Beschränkungen die Gottesdienste, welche vom 3.-5. Ostersonntag in drei unterschiedlichen Kirchen geplant waren, verschieben müssen. Alle Eltern hatten für die Verschiebung Verständnis.

In unserem Pastoralteam haben wir dann Ende April überlegt, wie wir mit der Situation umgehen sollen. Die Idee, einen großen Gottesdienst im Rahmen der Waldmesse Ende August im Lindenthaler Tierpark zu feiern haben wir rasch verworfen.
Nach einigen Überlegungen haben wir uns dann entschieden die Erstkommunion VOR den Sommerferien in kleinen Gruppen mit den derzeitigen Regelungen in unseren Kirchen zu feiern. (Dies hat der Generalvikar auch in einer Mail vom 23. April 2020 den Gemeinden empfohlen.)
Hintergrund unserer Überlegung war, dass uns eine zeitliche Nähe zur Vorbereitung wichtig war und eine Verschiebung bspw. in den Herbst als unrealistisch erschien.
Viele Eltern haben uns daraufhin sehr deutlich signalisiert, dass diese Entscheidung (und die Art und Weise der einseitigen Kommunikation) auf wenig Gegenliebe stoße. Einige wünschten sich eine Verschiebung in den Herbst und haben die Vorstellung, dass dann „alles wieder normal sei“.
Nach weiteren Überlegungen im Team sind wir bei unserer Entscheidung geblieben, haben jedoch den Eltern eine Alternative aufgezeigt: wir bieten an, für diejenigen, die es möchten, zu einem unbestimmten (!) Zeitpunkt die Erstkommunion zu feiern. Für diese Variante haben sich nun insgesamt 13 Eltern entschieden.

Für die 55 Kommunionkinder feiern wir nun von Christi Himmelfahrt bis zum Sonntag vor den Ferien (21. Juni 2020) in sieben Gottesdiensten die Erstkommunion - in kleinen Gruppen (6-11 Kinder) und unter den Hygiene- und Abstandsregelungen. Konkret bedeutet dies, dass wir nicht singen, die Großeltern oder Paten nicht direkt in der Familienbank (die Kinder sitzen mit den Eltern in einer Bank) sitzen oder aufgrund der Platz-Beschränkungen nicht in der Kirche mitfeiern können und es keinen Einzug mit Kerze gibt.
Neben diesen Einschränkungen ist jedoch auch einiges möglich: die Kinder haben im Vorfeld digital ein Lied aufgenommen, welches vor dem Kommunionempfang abgespielt wird, die Kinder empfangen als Gruppe im Altarraum die Kommunion, die Fürbitten werden von Kindern und Katecheten (ohne Mikrofon) gesprochen und das gemeinsame Tuch, welches beim Projekttag „Eucharistie“ im Februar gestaltet wurde, liegt auf dem Altar.
Die Vorbereitung auf das Sakrament der Versöhnung haben wir Mitte März digital über unsere Homepage http://erstkommunion.koeln durchgeführt. Nach der Probe (in der Regel am Tag vor dem Erstkommunion-Gottesdienst) hat Pfarrer Iking den Kindern den Ablauf der Beichte nochmals erklärt. Anschließend konnten die Kinder die Erstbeichte feiern.

Vor der ersten Feier an Himmelfahrt waren wohl alle, die den Gottesdienst geplant haben, ein wenig unsicher und nervös. Vieles ist doch neu und ungewohnt. Die Reaktionen der Eltern und auch der Liturgen im Anschluss waren jedoch überaus positiv: die liturgische Feier wurde als sehr dicht, feierlich, intensiv und auf die Kinder und deren Erstkommunion konzentriert erlebt. Die Dankandacht feiern wir mit den Familien zu einem späteren Zeitpunkt.
Vermutlich werden sich einige Eltern und Kinder an dieser Art der Erstkommunionfeier reiben und wollen lieber - wie das ein Kollege in einer Videokonferenz sagte – „groß“ feiern. Dies ist jedoch auf absehbare Zeit nicht möglich.
Wichtig scheint mir, dass die Eltern in einen Entscheidungsprozess mitgenommen werden - auch wenn es durchaus kompliziert ist „sachlich“ bei einem hochemotionalen Thema zu argumentieren.
Jede Gemeinde muss vor Ort schauen, was personell möglich ist. Diese Form der „kleinen Feier“ bedeutet für alle - Liturgen, Kirchenmusiker und Küster - eine besondere Herausforderung.
Wir sind gespannt, wie die kommenden sechs Gottesdienste verlaufen, sind jedoch sehr zuversichtlich und freuen uns auf viele intensive und dichte Erstkommunionfeiern.

Frank Blachmann,
Gemeindereferent in St. Stephan

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